Neue Bilanzierungsregeln und was sie bedeuten
25.04.2010
Der Wertberichtigungsbedarf bei Banken kann sich vorübergehend erhöhen, so eine Warnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC). Der Grund sind neue Bilanzierungsregeln für faule Kredite. Für eine frühere Abschreibung kritischer Engagements setzt sich das Bilanzgremium International Accounting Standard Board (ISAB) ein.
Auf die Übergangsregeln kommt es an.
Burkhard Eckes, Bereichsleiter Banking and Capital Markets bei PwC erläutert: „Derzeit wird eine Kredit erst wertberichtigt, wenn er ausgefallen ist.“ Künftig jedoch sollen auch zu erwartende Verluste berücksichtigt werden. "Das bedeutet erst einmal, dass die Wertberichtigungen steigen. Deshalb ist es so wichtig, wie die Übergangsregeln gestaltet sind", so Eckes weiter.
Mehr Transparenz als Konsequenz aus der Krise.
Auch diese von der IASB geplanten Änderungen sind Konsequenzen aus der internationalen Finanzkrise. Die Logik dahinter: Wären bereits vor der Krise alle zu erwartenden Ausfälle bekannt gewesen, wäre der Wertberichtigungsbedarf anschließend weniger dramatisch ausgefallen. Neben dieser Regel wird bei der IASB noch an zahlreichen weiteren Reformen gearbeitet. Dabei stossen nicht bislang nicht alle Vorschläge des Boards auf Akzeptanz: Ein erster Entwurf im Juli etwa, nach dem mehr Wertpapiere zu ihrem Marktwert bewertet werden sollten, wurde von Wirtschaft und Politik abgelehnt. Das IASB musste einlenken.
Eine gegensätzliche Entwicklung zeichnet sich in den USA ab. Hier scheint die FASB, das amerikanische Pendant zum IASB, die Bedeutung der Marktwertbilanzierung eher noch stärken. Inoffizielle Ergebnisse von PwC legen die Vermutung nahe. Damit würden sich die Bilanzstandards der USA und Europa weiter voneinander entfernen.