Die Bad Banks sind da, die Nachfrage nicht
30.05.2010
Auf Drängen führender Institute hat das Parlament mit Gesetzesänderungen den Weg frei gemacht für Bad Banks. Doch nun wollen kaum Institute diesen Lösungsweg gehen.
Nur zwei Banken am Verhandlungstisch.
Hannes Rehm, Chef des Rettungsfonds Soffin, hat es derzeit schwer, Interessenten für sein Angebot zu finden, toxische Papiere auszulagern. Für das Modell der Bad Banks haben sich die deutschen Finanzinstitute vehement eingesetzt. Noch vor der Bundestagswahl wurden eilig die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen. Jetzt sind es lediglich die angeschlagenen Kandidaten Hypo Real Estate und WestLB, die mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung über die Nutzung der Bad Banks verhandeln. Für Soffin und Politk eine herbe Enttäuschung. Denn kostbare Zeit verstreicht ungenutzt, in der Banken hätten stabilisiert werden können.
Hinter der Zurückhaltung stehen vor allem zwei Gründe: Erstens wollen sich die Institute nicht vom Bund in ihre Geschäftsmodelle reinreden lassen. Zweitens sehen auch sie das Potenzial an möglichen Wertsteigerungen der Problempapiere und wittern ein gutes Geschäft.
Mit Reformen gegen die Risiken.
Schon wollen Politiker wie der FDP Finanzexperte Volker Wissing das Angebot reformieren und für Banken attraktiver machen. Die Zurückhaltung ist aus seiner Sicht in einem Konstruktionsfehler des Bad Bank-Modells begründet. Daher sieht er Handlungsbedarf, da noch erhebliche Risiken in den Banken schlummerten. Michael Meister, Fraktions-Vize der CDU, äußert Unverständnis angesichts des Entgegenkommens des Bundes und der weiter ungelösten strukturellen Probleme der Landesbanken. Schätzungen gehen von einem Volumen von über 500 Mrd. Euro aus.
Auch andere Banken ohne Interesse.
Weder Deutsche Bank, einem maßgeblichen Initiator des Bad Bank-Modells, noch Commerzbank, Postbank oder gar Landesbanken wie die LBBW oder die HSH-Nord zeigen Interesse. Sie erachten das Modell als wenig vorteilhaft oder arbeiten sie an eigenen Lösungen, mit denen sie mittelfristig ihr Portfolio bereinigen und sich Provisionen sichern wollen - die ansonsten an den Soffin fliessen würden.